Anfachen III

Jury & Schirmherr des Anfachen Awards stellen aus

 

Klaus Staeck (GER), Kristina Ketola Bore (NOR), Lex Drewinski (GER/PL)

Roosje Klap (NL), Stefan Marx (GER), Roswitha Quadflieg (GER), Roland Scotti (CH)

Galerie

Eröffnung am Donnerstag, den 14.03.2019 um 19 Uhr,

Ausstellung vom 15.03.–23.03.2019,
geöffnet Samstag und Sonntag 14–19 Uhr

Sie küren die diesjährigen Siegerplakate des Anfachen Award zum Thema „Wohnen“ und ihnen ist eines gemeinsam: Ihre künstlerischen, kulturellen und politischen Arbeiten erreichen und bewegen die Menschen zutiefst.


Kristina Ketola Bore

Die Designkritikerin, Kuratorin und Dozentin Kristina Ketola Bore ist Mitbegründerin der Plattform „The Vertiloquist Summerschool“, Mitherausgeberin des Kunstmagazins „Periskop“ und Dozentin an verschiedenen Universitäten und Kulturinstitutionen. Die studierte Design- und Modejournalistin (MA in Design Writing Criticism; BA in Fashion Journalism) hinterfragt soziale Strukturen und untersucht, inwiefern Partizipation, Diskriminierung und Feminismus Design beeinflussen. Mit demselben Ansatz kuratiert Kristina Ketola Bore auch Ausstellungen, was sich ebenfalls in einer Reihe von kunstpädagogischen Begleitprogrammen für Jugendliche und Erwachsene niedergeschlagen hat. Kristina Ketola Bore lebt in Oslo.


Lex Drewinski
Der 1951 in Szczecin (Stettin), Polen, geborene Lex Drewinski studierte von 1976 bis 1981 an der State Academy of Fine Arts in Poznan, wo er Waldemar Swirzy’s „Class of Poster Art“ besuchte. Von 1983 bis 1985 arbeitete er als Regisseur und Drehbuchautor im Animated Film Studio, Poznan, bevor er Polen 1985 in Richtung West Berlin verließ. Von 1992 bis 2017 unterrichtete Professor Dr. habil. Lex Drewinski an der University of Applied Sciences in Potsdam, und seit 2010 lehrt er auch in Szczecin (Stettin). Drewinski gewann mehr als 180 internationale Preise und Auszeichnungen, zuletzt für sein Gesamtwerk den Leipziger Plakatpreis 2016, 2017 den dritten Preis beim „Poster Quadrennial Bardejov“ und 2018 die Goldmedaille bei der 10. Virtual Biennale Prag. Drewinskis Arbeiten waren in über 60 Einzelausstellungen auf der ganzen Welt zu sehen.

Roosje Klap
Nachdem sie ihr Studium an der „Gerrit Rietveld Academie“ absolviert hatte, gründete Roosje Klap in Amsterdam ein gleichnamiges Studio für Custom-fit-Design. Das Studio arbeitet überwiegend für Verlage, Kulturinstitutionen, Museen und Künstler, unter anderem für JRP Ringier, Valiz, Revolver, Ridinghouse, das Van Abbemuseum und das Van Gogh Museum.

2014 gründete sie gemeinsam mit 15 weiteren internationalen Designern unterschiedlichster kultureller und beruflicher Herkunft ein Forschungs-Kollektiv namens „Design Displacement Group“ und 2018 gemeinsam mit Pauline Le Pape ein Atelier für Grafikdesign namens „ARK.AMSTERDAM“. Klap ist beratendes Mitglied der Jan Van Eyck Academy, steht gemeinsam mit Niels Schrader dem Graphic Design Department der Royal Academy of Art in Den Haag vor und wirkt in mehreren Ausschüssen und Jurys mit. Sie gehört auch zu den Juryvorsitzenden des renommierten Dutch Design Awards und unterrichtet an Kunsthochschulen in ganz Europa.

Stefan Marx
Schon als Jugendlicher entwarf und bezeichnete Stefan Marx für sich und Freunde T-Shirts, die dem Selbstverständnis der Skater-Szene gerecht wurden. Bald schon folgten ein eigenes T-Shirt Label „The Lousy Livincompany“, der Umzug nach Hamburg sowie ein Studium der Kulturphilosophie und der Typografie. Für das Hamburger Plattenlabel „Smallville Records“ entwirft Marx seit der Gründung 2005 Plattencover, seit 2017 arbeitet er mit der Berliner KPM an Porzellan Editionen. Eine Zusammenarbeit mit dem japanischen Label „Comme des Garçons“ erfuhr 2017 große Aufmerksamkeit. Marx’ veröffentlicht regelmäßig Künstlerbücher, u.a. mit dem Schweizer Verlag Nieves Books, und zeigt seine Publikationen jährlich auf der New York Art Bookfair. Er kann als Künstler auf 20 Einzelausstellungen und auf viele Gruppenausstellungen zurückblicken und wird durch die Hamburger Galerie Karin Guenther und die Kölner Galerie Ruttkowski68 vertreten. Arbeiten von Stefan Marx waren 2018 im Rahmen der Ausstellung „Künstlerbücher“ in der Hamburger Kunsthalle zu sehen.

Roswitha Quadflieg
Gebürtig aus Zürich wuchs Roswitha Quadflieg in Hamburg auf, wo sie auch ihr Kunststudium absolvierte. Von 1973 bis 2003 illustrierte sie Texte der Weltliteratur und druckte diese in ihrer Verlagswerkstatt „Raamin-Presse“. Diese Arbeiten erschienen in limitierten Auflagen und wurden weltweit ausgestellt, ausgezeichnet und gekauft. Auch mit ihrer Illustration und Buchgestaltung für Publikumsverlage machte sie sich einen Namen, unter anderem mit der Illustration und Gestaltung von Michael Endes „Die unendliche Geschichte“.

Roswitha Quadflieg arbeitet seit 1985 – seit 2003 ausschließlich – als Schriftstellerin. 17 Romane und Essays sind neben Theaterstücken, Hörspielen und Drehbüchern von ihr erschienen. 2006 kuratierte sie in Hamburg zudem das internationale Festival „Beckett in Town“ und von 2007 bis 2012 betrieb sie in Freiburg im Breisgau die „TextEtage“, einen regen literarischen Salon. Seit 2012 lebt Quadflieg in Berlin. Sie ist Mitglied des PEN-Zentrum Deutschland.

Roland Scotti
Der promovierte Kunsthistoriker und Romanist Roland Scotti begann nach seinem Studium in Heidelberg zunächst an der Universität eine wissenschaftliche Laufbahn, bevor er als Kurator an verschiedenen Museen arbeitete: angefangen mit dem Wilhelm-Hack-Museum (1986 bis 1992) in Ludwigshafen am Rhein, über die Fotoabteilung im Kölner Museum Ludwig (1994 bis 1996) bis zum Kirchner Museum Davos (1996 bis 2006). Seit 2006 ist er Kurator und Geschäftsführer der Heinrich Gebert Kulturstiftung Appenzell, die mit dem Kunstmuseum Appenzell und der Kunsthalle Ziegelhütte zwei Ausstellungs- und Eventstätten betreibt. Roland Scotti, der als Autor und Herausgeber viele Artikel und Buchpublikationen vorzuweisen hat, ist darüber hinaus Stiftungsrat der Fondazione Marguerite Arp-Hagenbach, Locarno.

Klaus Staeck
Den Grafikdesigner, Karikaturisten und Juristen Klaus Staeck vorzustellen, ist hierzulande kaum mehr nötig, sind seine Plakatentwürfe aus dem öffentlichen Gedächtnis doch kaum mehr wegzudenken. Über 300 Postkarten- und Plakatmotive hat Klaus Staeck seit Ende der 1960er-Jahre entworfen und damit überaus wirkungsvoll deutsche Innen- und Außenpolitik kommentiert. Von 2006 bis 2015 war er Präsident der Akademie der Künste in Berlin. Klaus Staeck hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, zuletzt 2018 die Richard-Benz-Medaille der Stadt Heidelberg für Kunst und Wissenschaft. Staecks Werke waren in unzähligen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen. 2018 widmete das Museum Folkwang, Essen, ihm eine große Werkschau unter dem Titel „Sand fürs Getriebe“.