ROOM TO NEGOTIATE

dokumentarfilmwoche hamburg

Galerie

ROOM TO NEGOTIATE
Ausstellung, Film-Vorführung, Artist Talk mit Studio Softić
Im Rahmen der dokumentarfilmwoche hamburg
 
Eröffnung: Dienstag, 14. April 2026, 16 Uhr
Adnan Softić und Nina Softić sind anwesend
Frappant Galerie in der Viktoriakaserne, Diren Dede-Platz, 22765 Hamburg
 
Dauer der Ausstellung: 15.-19. April 2026

Öffnungszeiten: Mi-So. 10:30-17 Uhr
Parallel dazu ausgewählte Filme in den fux Lichtspielen, Mi-So 15.-19.4., 14 Uhr

Was geschieht mit einem Raum, wenn ihm die Bedingungen für Vielstimmigkeit systematisch entzogen werden?

Die Frage stellt sich nicht theoretisch. Sie stellt sich in Prijedor, wo ein Hochhaus zum Grabmal der Idee einer klassenlosen, multikulturellen Gesellschaft wurde. In Thessaloniki, wo die Tilgung der ältesten jüdischen Gemeinde Europas nicht als Leerstelle, sondern als Baumaterial erscheint. In Skopje, wo eine brandneue antike Stadt errichtet wird. In Varna, wo ein Monument propagierter Freundschaft zur Bühne codierter Männlichkeit wird. In Zypern, Novi Sad, Tbilissi – und darüber hinaus.

Die seit 2016 fortlaufende Werkserie von Studio Softić – überwiegend in Regionen gedreht, die als Peripherie Europas markiert sind – versammelt keine Beweise. Sie versammelt Zustände. Sie fragt nicht nur, was zerstört wurde, sondern danach, wie Zerstörung als Struktur fortwirkt – und nach Techniken ihrer Sedimentierung. Räume werden als operative Systeme gelesen. Ein Großteil der Arbeiten entsteht im Rahmen der ifa-Wanderausstellung ›EVROVIZION – Crossing Stories and Spaces‹ und wird bis 2029 in 13 Ländern weiterentwickelt und gezeigt. Die Serie verschiebt den Fokus von repräsentativen Zentren hin zu jenen Orten, an denen europäische Selbstbilder materiell produziert werden. Vom Rand als vermeintlich defizitärer Zone zum Rand als Produktionsstätte des sogenannten Zentrums.

Im ROOM TO NEGOTIATE bleibt der Verhandlungsgegenstand abwesend. Überschrieben. Besetzt. Verdrängt. Umcodiert. Studio Softićs Arbeiten reagieren nicht mit Synthese, sondern mit Öffnung: Sie schaffen temporäre Anordnungen, in denen verborgene Strukturen und blockierte Bedeutungen sichtbar – und damit erneut verhandelbar werden. Die Ausstellung markiert einen Zwischenstand dieser fortlaufenden künstlerischen Untersuchung. Ein begleitendes Vermittlungsprogramm setzt die Untersuchung in Gesprächen und Screenings fort.

Mit freundlicher Unterstützung der Behörde für Kultur und Medien und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg